Das Nachfolge Glossar

Nachfolge Glossar

Arten von Kaufinteressenten Im Rahmen einer Unternehmensnachfolge gibt es verschiedene Interessenten, die teilweise miteinander konkurrieren. Dazu zählen Familienmitglieder, Nachfolger aus der Belegschaft sowie externe Käufer. „MBI-Kandidaten“ sind externe Manager mit Berufs- und Branchenerfahrung. „Strategen“ sind Wettbewerber, Lieferanten oder Kunden, die sich strategische Vorteile durch den Erwerb erhoffen. „Finanzinvestoren“ (häufig aus dem Private-Equity-Bereich) zeichnen sich durch die Absicht eines späteren Weiterverkaufs nach einer gewissen Halte- und Optimierungszeit aus.


Business Plan
Eine ca. 15-seitige Beschreibung der geplanten Transaktion und der weiteren Geschäftstätigkeit nach der Übernahme. Er wird von den Nachfolgern zum Zwecke der Finanzierung erstellt und enthält umfassende Details zum Geschäftsmodell, Marktumfeld, Transaktionsablauf und zum neuen Managementteam. Er unterscheidet sich von einem klassischen Gründungs-Business-Plan, da hierbei der Fokus auf dem bereits bestehenden Unternehmen liegen sollte.


Discounted Cashflow Verfahren
Ein recht aufwändiges, aber häufig genutztes Verfahren zur Unternehmensbewertung. Das Unternehmen wird in diesem Modell so bewertet, wie die Summe aller zukünftigen Geldflüsse, abgezinst auf den heutigen Zeitpunkt. Der Unternehmenswert wird dabei maßgeblich durch den sogenannten Abzinsungsfaktor und die prognostizierten operativen Cashflows bestimmt.


Due Diligence
Ein gründlicher Prüfungsprozess, bei dem potenzielle Käufer das Unternehmen umfassend untersuchen. Dabei werden finanzielle, rechtliche, operative und strategische Aspekte (wie z. B. Bilanzen, Verträge oder Haftungsrisiken) gesammelt und bewertet. Dies hilft den Käufern dabei, fundierte Entscheidungen zu treffen und den tatsächlichen Wert zu ermitteln, oft unterstützt durch Experten wie Steuerberater oder Rechtsanwälte.


Earn-Out
Eine vertragliche Vereinbarung, bei der ein Teil des Kaufpreises variabel gestaltet ist und von der zukünftigen Leistung des Unternehmens abhängt. Dies wird häufig genutzt, wenn Käufer und Verkäufer unterschiedliche Preisvorstellungen haben oder bestimmte Meilensteine erreicht werden müssen. Erreicht das Unternehmen festgelegte Ziele (z. B. Umsatzwachstum oder Rentabilität), erhält der Verkäufer diesen zusätzlichen Betrag, wodurch das Risiko für den Käufer minimiert wird.


Ertragswertverfahren
Neben anderen bekannten Methoden ist das Ertragswertverfahren das in der deutschen Praxis (oft standardisiert nach IDW S1) am häufigsten genutzte Bewertungsverfahren, bei dem der Unternehmenswert aus den in der Zukunft zu erwartenden finanziellen Erträgen abgeleitet wird.


Escrow Eine Treuhandvereinbarung, vergleichbar mit dem Konzept eines Einbehalts. Festgelegte Gelder werden von einer unabhängigen dritten Partei (oft einer Treuhandgesellschaft) gehalten, bis bestimmte Bedingungen erfüllt oder Risiken abgedeckt sind. Dies sichert beide Parteien ab, beispielsweise um finanzielle Verpflichtungen bei späteren Garantieansprüchen oder steuerlichen Themen nach dem Verkauf zu decken.


Exposé Ein detailliertes Dokument der Verkaufsseite, das potenziellen Nachfolgern einen umfassenden Überblick über das Unternehmen gibt. Es enthält wesentliche Daten zur Historie, zu Finanzkennzahlen, Produkten, Kunden und rechtlichen Aspekten. Ziel ist es, das Interesse der Käufer zu wecken, Vertrauen zu schaffen und eine Basis für weiterführende Verhandlungen zu legen.


Indikatives Angebot Eine unverbindliche Absichtserklärung potenzieller Käufer, die auf den Informationen aus dem Exposé basiert. Es regelt die grundlegenden Konditionen wie den vorläufigen Kaufpreis, sonstige Kaufbedingungen und die Finanzierungsstruktur. Es signalisiert das Interesse der Käufer und ermöglicht den Verkäufern, die geeignetsten Interessenten für die finalen Vertragsverhandlungen auszuwählen.


Kaufvertrag Ein rechtliches Dokument, das die Bedingungen des Verkaufs und der Übertragung festlegt. Er regelt detailliert den Kaufpreis, die Zahlungsmodalitäten, Haftungsausschlüsse und Garantien. Der Vertrag schützt die Interessen beider Parteien, definiert klare Rechte und Pflichten (etwa zur Weiterbeschäftigung von Mitarbeitern) und hilft, potenzielle Streitigkeiten zu vermeiden.


Management Buy-In (MBI) Eine Unternehmensübernahme, bei der externe Manager das Unternehmen erwerben und im Anschluss die operative Führung übernehmen. Diese Führungskräfte waren zuvor nicht im Unternehmen tätig und bringen oft frische Perspektiven und neue Kompetenzen ein. Sie werden von der Verkaufsseite häufig dann in Betracht gezogen, wenn intern (in der Familie oder Belegschaft) keine Nachfolger gefunden wurden.


Management Buy-Out (MBO) Ein Management Buy-Out bezeichnet die Übernahme eines Unternehmens durch das bereits im Unternehmen tätige, interne Managementteam.


Multiple Verfahren Ein einfaches, praxisorientiertes und häufig verwendetes Verfahren zur Unternehmensbewertung. Der Unternehmenswert wird hierbei von vergleichbaren Unternehmen abgeleitet, die heute veräußert werden würden. Die Schwierigkeit liegt bei dieser Methode darin, Transaktionen zu finden, die einen wirklich exakten und hilfreichen Vergleichsmaßstab liefern.


Small / Micro Cap Transaktionen Bezeichnet Unternehmensnachfolgen von Betrieben mit einer geringen Anzahl an Mitarbeitern und einem vergleichsweise geringen Unternehmenswert. Micro Cap Transaktionen umfassen in der Regel Werte bis zu ca. 3 Mio. Euro, während Small Cap Transaktionen darüber liegen. Diese Unternehmen sind oft flexibler und weniger bürokratisch als größere Unternehmen, was sie zu attraktiven Übernahmezielen macht.


Start-Up (Unterschiede zur Nachfolge) Eine Nachfolge sichert im Schnitt fünf Arbeitsplätze, ein Start-Up hingegen "nur" zwei. Nachfolgen haben in der Regel eine deutlich größere Erfolgswahrscheinlichkeit, sind einfacher zu finanzieren und bauen auf bereits etablierten Geschäftsmodellen auf. Im Gegenzug erfordern sie oft ein höheres Startkapital, Berufs- und Managementerfahrung sowie eine gesicherte Finanzierung.


Substanzwert Verfahren Ein eher theoretisches und sehr selten genutztes Verfahren zur Unternehmensbewertung. Das Unternehmen wird hierbei mindestens so hoch bewertet wie die Summe der Wiederbeschaffungswerte aller einzelnen Vermögensteile. Da dieses Verfahren die künftige Ertragskraft außer Acht lässt, findet es in der Praxis kaum Anwendung, dient aber in der Regel als Mindestwert bzw. Wertuntergrenze.


Term Sheet Ein vorläufiges Dokument, das die wesentlichen Bedingungen der geplanten Finanzierung zwischen Käufer und finanzierender Bank skizziert. Es enthält typischerweise Informationen zur Finanzierungshöhe, Zusammensetzung, Zinshöhe, zu Sicherheiten und zum Zeitplan. Das Term Sheet ist nicht rechtlich bindend, sondern dient als Absichtserklärung und Grundlage für den endgültigen Finanzierungsvertrag.


Unternehmensnachfolge Der Vorgang, bei dem die Leitung und das Eigentum eines Unternehmens von einer Person auf eine andere übertragen wird. Dies kann durch Pensionierung der bisherigen Inhaber, strategische Neuausrichtungen oder unerwartete Ereignisse notwendig werden. Die Übergabe kann innerhalb der Familie, an interne Führungskräfte oder an externe Käufer erfolgen.


Verkaufsdarlehen (Vendor Loan) Ein Darlehen, das der Käufer zur Finanzierung des Kaufpreises direkt vom Verkäufer erhält. Es dient als Alternative oder Ergänzung zum Eigenkapital und kann entscheidend dabei helfen, neue Kaufinteressenten zu identifizieren. Käufer sollten diese Option bei der Finanzierungsplanung stets sorgfältig in Betracht ziehen.


Vertraulichkeitsvereinbarung (NDA) Eine rechtliche Vereinbarung (Non-Disclosure-Agreement), die sicherstellt, dass sensible Informationen und ausgetauschte Daten zwischen den Parteien geschützt bleiben. Potenzielle Käufer verpflichten sich damit, Geschäftsgeheimnisse, Finanzdaten oder Kundenlisten geheim zu halten und nicht an Dritte weiterzugeben. Dies bildet die Grundlage für ein sicheres und vertrauensvolles Verhandlungsumfeld.

14. Januar 2026
Motto: „Erfolg beginnt im Dialog.“
17. November 2025
Aktuelle Beiträge von WIRTSCHAFTSWUNDER auf LinkedIn. Praxisnah, inspirierend und relevant für den Mittelstand.
17. November 2025
Motto: „Kommunikation ist mehr als Worte - sie ist Haltung, Klarheit und Wirkung.“
31. Juli 2025
Fast jeder nutzt inzwischen KI-Tools, ob unbewusst wie bei Siri, Alexa, Netflix, Amazon oder bewusst und aktiv wie mit ChatGPT, Copilot oder Gemini. Aber die Wenigsten verstehen die Begrifflichkeiten, die einem inzwischen tagtäglich um die Ohren fliegen. Daher haben wir als kleinen Service einmal die wichtigsten Begriffe zu einem Glossar zusammengefasst.
29. Juli 2025
Motto: „Die drei Buchstaben des Erfolgs: T U N“
7. Mai 2025
Motto: „Wer immer nur das tut, was er kann, wird immer da bleiben, wo er ist.“
15. April 2025
Warum lokales Marketing so wichtig ist
14. April 2025
Motto: „Weil Erfahrung zählt. Erfolg basiert auf Führungskompetenz!“
10. April 2025
Wer kennt das nicht? Ein Ziel vor Augen zu haben, aber irgendwie bleibt der Erfolg aus. Oft liegt es daran, dass das Ziel nicht klar genug definiert wurde. Die Lösung? SMART-Ziele!
9. April 2025
Wenn das Wasser bis zum Hals steht, helfen keine Theoriekonzepte – dann braucht es schnelles, entschlossenes Handeln. Doch genau hier scheitern viele klassische Unternehmensberatungen: Viel Analyse, wenig Umsetzung.
8. April 2025
Der Verkauf eines Unternehmens ist eine der größten Herausforderungen für Unternehmer. Warum viele Übergaben scheitern und wie ein reibungsloser Verkaufsprozess gelingt, erfahren Sie bei uns.
3. April 2025
Als KMU in Deutschland stehen Sie immer wieder vor Herausforderungen – sei es durch wirtschaftliche Schwankungen, unvorhergesehene Krisen oder Marktveränderungen. In solchen Zeiten ist es entscheidend, gut vorbereitet zu sein.
2. April 2025
Unternehmen zahlen hohe Honorare – doch was bleibt am Ende? Zu oft: Theoretische Konzepte, Standardlösungen und wenig greifbare Ergebnisse. Kein Wunder, dass die Branche in der Kritik steht.
1. April 2025
Die digitale Welt bietet enorme Chancen – doch viele KMU kämpfen mit der Sichtbarkeit und Reichweite. Die gute Nachricht: Mit den richtigen Maßnahmen können Sie Ihre Online-Strategie deutlich verbessern und so den Erfolg Ihres Unternehmens langfristig sichern.
27. März 2025
🎯 Praktikum, Ausbildung, Übernahme – so bauen Sie Ihr Dream-Team auf!
26. März 2025
KMU-Spezialist
25. März 2025
Mehr Effizienz durch Lean Management!
25. März 2025
Die Stimmung der Unternehmen in Deutschland hat sich aufgehellt. Der ifo Geschäftsklimaindex stieg im März auf 86,7 Punkte, nach 85,3 Punkten im Februar. Die Unternehmen zeigten sich zufriedener mit der aktuellen Lage. Die Erwartungen stiegen merklich. Die deutsche Wirtschaft hofft auf Besserung.
21. März 2025
Vom Geflüchteten zum Unternehmer: Eine Erfolgsstory voller Mut und Entschlossenheit
20. März 2025
🚀 5S-Methode: Das Geheimnis für weniger Chaos und mehr Produktivität!
18. März 2025
Mehr Effizienz im Handwerk 🔧
17. März 2025
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13. März 2025
WIRTSCHAFTSWUNDER: Beratung mit Herz & Verstand
11. März 2025
💸 Gewinne steigern statt Geld verbrennen – So optimieren Sie Ihre Kosten!
10. März 2025
Motto: „Wir können viel mehr schaffen als wir denken – wir müssen nur anfangen und mit den Herausforderungen wachsen.“
Story: Von der Unsicherheit zur sicheren Zukunft – Wie Integration neue Chancen schafft
6. März 2025
Von der Unsicherheit zur sicheren Zukunft – Wie Integration neue Chancen schafft
4. März 2025
🚨 Fast ein Drittel Ihrer Belegschaft denkt an den nächsten Job
3. März 2025
Werkstudentin
28. Februar 2025
🚀 Umsatz steigern: Die 4 Stellschrauben für mehr Erfolg
27. Februar 2025
Motto: “Innovation beginnt da, wo Veränderung erlaubt ist.”
25. Februar 2025
🚀 Digitalisierung & Automatisierung: Der Schlüssel zu mehr Produktivität!
21. Februar 2025
Motto: „Was lange währt, wird auch nicht besser.“
20. Februar 2025
Sekou Sidibe hat, was viele Unternehmen dringend suchen: Motivation, Durchhaltevermögen und Fachwissen. Als Dachdecker-Azubi in Langenfeld steht er kurz vor seiner Gesellenprüfung – doch sein Weg war alles andere als einfach.
18. Februar 2025
💰 Umsatz ≠ Liquidität! Warum selbst florierende Unternehmen ins Wanken geraten
13. Februar 2025
🚀 Leadership statt Hierarchie: Warum Führungskräfte Millionen verbrennen – und wie es besser geht!
12. Februar 2025
Immer mehr Unternehmerinnen und Unternehmer in Deutschland erwägen, ihre Betriebe wegen fehlender Nachfolgelösungen zu schließen. Laut dem neuen Nachfolgemonitor der KfW-Bank planen bis zum Ende dieses Jahres 231.000 Unternehmer, ihr Geschäft stillzulegen oder sehen diese Möglichkeit als realistisch an. Dies entspricht einem Anstieg von 67.000 im Vergleich zum Vorjahr. Niemals zuvor seit Start des Nachfolge-Monitorings von KfW Research haben so viele mittelständische Unternehmen die Aufgabe ihres Betriebs in Erwägung gezogen. Die Sonderauswertung des KfW-Mittelstandspanels erhebt seit über zwanzig Jahren repräsentative Daten von bis zu 15.000 mittelständischen Unternehmen mit einem Jahresumsatz von maximal 500 Millionen Euro.
28. Januar 2025
13 % der Rentnerinnen und Rentner in Deutschland gingen in den ersten sechs Monaten nach dem erstmaligen Bezug einer Altersrente weiter ihrer Arbeit nach.
21. Januar 2025
Die deutsche Wirtschaft startet auch in das neue Jahr mit wenig Zuversicht. Das zeigt ein erster wichtiger Frühindikator für die Konjunktur im ersten Halbjahr 2025. Die ZEW-Konjunkturerwartungen gingen leicht zurück. Die befragten Finanzexperten beurteilten die Lage aktuell zwar etwas besser, die Aussichten aber schlechter als im Dezember.
16. Januar 2025
Fast jedes Unternehmen in Deutschland fordert mehr Unabhängigkeit von den USA beim Import digitaler Technologien und Leistungen, zeigt eine Bitkom-Umfrage. Bei der Überlebensfähigkeit ohne diese Importe erreicht die deutsche Wirtschaft einen neuen gefährlichen Tiefpunkt.
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